Hilfe für Dich - Meissen - und Umgebung e.V.

Alkoholismus ist die Volkskrankheit Nummer 1

und stellt eines der größten sozialmedizinischen Probleme in unserer Gesellschaft dar. Alkoholismus betrifft die meisten unserer Lebensbereiche. Ob am Arbeitsplatz, in der Familie, bei Jugendlichen und Rentnern, im Straßenverkehr, der durch Alkoholismus verursachte Schaden ist unvorstellbar hoch. Kaum noch ein Mensch, der nicht in der einen oder anderen Form mit alkoholkranken Menschen zu tun hat. Aufklärung hilft.

Wie viel Alkohol ist zu viel ?

Die Empfindlichkeit ist individuell von Mensch zu Mensch sehr verschieden und ein absoluter Grenzwert, der für alle gilt, kann nicht angegeben werden. Dennoch existieren für gesunde Erwachsene Grenzwerte, innerhalb derer das Risiko gesundheitlicher Schäden gering ist. Die Grenzwerte liegen für Frauen bei weniger 20 g pro Tag für Männer bei weniger 30 g pro Tag  

Für die Kontrolle des Alkoholkonsums
eignen sich folgende Richtwerte:

ein Glas Bier     (0,5 l)  20 g
ein Glas Wein   (0,2 l)  16 g
ein Sherry       (0,1 l)   16 g
ein Whisky       (4  cl)   14 g

 

Der Alkoholgehalt einer Flasche (275 ml) Alcopop mit 5,5 % Alkohol beträgt: 12 g Alkohol

Berechnung des Alkoholgehaltes anderer Getränke:

Volumen (in ml) x (Alkoholgehalt/100)x 0,8 g/ml= Gehalt in g Alkohol

z. B.
ein doppelter Korn (4 cl, 33 %) enthält:

40 ml x 33/100x0,8 g/ml= 10,6 g Alkohol

Alkoholprobleme erkennen
Veränderungen im Verhalten beobachten Mitarbeiter mit Alkoholproblemen werden in drei Bereichen auffällig: im Arbeits- und Sozialverhalten, sowie im äußeren Erscheinungsbild. Die Auffälligkeiten müssen nicht alle gleichzeitig auftreten.
Oft fehlt sogar das eindeutigste Merkmal – die „Fahne“. Gerade aus diesem Grund gilt es, die Wahrnehmung zu schärfen und den Mitarbeiter frühzeitig auf die Veränderungen anzusprechen.

Mögliche Auffälligkeiten im Arbeitsverhalten:

- häufige Fehltage, die als Kurzerkrankungen ohne ärztlichen Nachweis meistens durch Dritte entschuldigt werden;

- unentschuldigtes Fehlen, das nachträglich mit einem Urlaubstag abgegolten werden soll;

- fehlerhafte Arbeitsergebnisse und Arbeitsrückstände;

- aktive Phasen mit nachfolgendem deutlichem Leistungsabfall;

- uninteressiert an Arbeitsabläufen oder auch überengagiert, wenn er Arbeitsvorhaben nicht aus der Hand geben kann;

- mit vielen Arbeitsaufgaben gleichzeitig beschäftigt, aber nicht nachvollziehbar für Dritte;

- Termine werden versäumt, Unzuverlässigkeiten häufen sich;

- fahrig, unkonzentriert, nervös – vor allem vor Arbeitspausen und vorm Arbeitsende;

- entfernen vom Arbeitsplatz während der Arbeit, oft irgendwie unterwegs;

- vorgezogenes Arbeitsende oder auch

- Anhäufung von nicht vereinbarten Überstunden;

- Überziehen der Pausen und unregelmäßiger Arbeitsbeginn. Mögliche Auffälligkeiten im Sozialverhalten

- Aggressivität tritt einerseits ohne nachvollziehbaren Anlass auf, andererseits dann, wenn Kritik geäußert wird;

- die Person kann nicht mehr zwischen sachbezogener und persönlicher Kritik unterscheiden, bezieht zunehmend alles auf sich;

- eigene Fehler werden abgewehrt und geleugnet;

- schuld sind auf jeden Fall die anderen, entweder konkrete Personen oder die widrigen Umstände

- die Eigenverantwortung lässt erheblich nach;

- Problemperson zieht sich zurück, meidet Kontakte zu anderen; in der direkten Begegnung wird der Blickkontakt vermieden;

- oder Kontakte werden zu allen gepflegt, keine Gelegenheit zur Unterhaltung wird ausgelassen, 
  vor allem Feste und Feiern ziehen die betroffene Person magisch an;

- häufig werden einige wenige Kontaktpersonen gesucht und gefunden, denen Einblicke in das Privatleben gewährt werden,
  auf der Suche nach Trost, Mitleid und Verständnis;

- in Konfliktsituationen, in denen sich die oder der Betreffende in die Enge getrieben sieht, kann es zu erpresserischem
  Verhalten kommen – gelegentlich werden sogar Selbstmordgedanken geäußert;

- wenn das Geld immer knapper wird, werden Kollegen um finanzielle Unterstützung gebeten;

- im Laufe der gesamten Wesensveränderung tritt zunehmend ein negatives Denken für alle Lebensbereiche auf, verbunden
  mit einer restriktiven Haltung zu allgemein gesellschaftspolitischen Fragestellungen. Mögliche Auffälligkeiten im äußeren
  Erscheinungsbild

- ungepflegtes Erscheinungsbild, zum Beispiel nachlässige Kleidung, mangelnde Körperpflege oder im Gegenteil: übermäßig
  geschminkt und betont auf das äußere Erscheinungsbild achtend;

- aufgedunsenes Gesicht, gerötete Gesichtsfarbe;

- glasige Augen;

- Gleichgewichtsstörungen beim Gehen oder auch überkontrolliertes Gehen;

- verlangsamte, verwässerte Sprache;

- häufige Schweißausbrüche und ständiges Lüften;

- übermäßige Müdigkeit;

- Alkoholfahne, die eventuell bereits am Morgen vorhanden ist;

- Alkoholfahne, die mit reichlich Rasierwasser oder Raumdüften oder Mundsprays oder Bonbons und Kaugummis übertüncht und
  damit kaschiert wird;

- Zittern der Hände.